Dreizehn Anbieter wollen das Creator-Programm einer Brand betreiben, und fast alle arbeiten an derselben Hälfte der Aufgabe: Creator finden, briefen, Links auswerten. Die zweite Hälfte beginnt dort, wo ausgezahlt wird. Wer einen Creator bezahlt, schuldet ihm einen Beleg, den ein europäisches Finanzamt anerkennt, und genau daran arbeitet bislang kaum jemand. Dieser Bericht ordnet die recherchierten Anbieter nach beiden Hälften.
So ist er zu lesen. Auf der waagerechten Achse steht alles, was Anbieter gern vorführen: Creator-Suche, Briefings, Content-Abläufe, Kampagnenberichte. Die senkrechte Achse misst, was Käufer erfahrungsgemäß erst nach der Unterschrift vermissen. Wer stellt den Beleg für den Creator aus? Wie wird die Umsatzsteuer behandelt? Übersteht der Export eine Betriebsprüfung? Wo liegen die Daten, und nach welchem Recht kommt der Vertrag zustande? Wie weit die beiden Achsen auseinanderliegen können, zeigt Aspire. Operativ ist es das tiefste Produkt unter den recherchierten Anbietern, für eine europäische Brand zugleich eines der schwächsten bei der Auszahlung: ausgezahlt wird ausschließlich in Dollar über PayPal, Belege für Creator entstehen keine, und die Verträge unterliegen US-Recht. Dass die Ecke links oben fast leer bleibt, hat ebenfalls einen Grund. Reine Auszahlungsdienste wie Trolley oder Tremendous gibt es durchaus, aber sie sind Infrastruktur, die andere Tools einkaufen, und kein Programm. Rechts oben liegt die Kategorie, für die Krevaro gebaut ist.
Operativ das stärkste Produkt unter den recherchierten Anbietern, bei der Auszahlung das schwächste, sobald die Brand in der EU sitzt. Ausgezahlt wird nur in Dollar über PayPal, Belege für Creator entstehen keine, Umsatzsteuer und W-8 kommen nicht vor. Ab rund 2.000 Dollar im Monat, dazu 2 % Bearbeitungsgebühr und Verträge nach US-Recht.
Über 700 Auszahlungswege über Trolley und Tremendous. Beträge zu bewegen ist allerdings noch keine Buchhaltung: Gutschriften entstehen keine, eine umsatzsteuerliche Behandlung ebenso wenig, und die Steuer wird an US-Dienstleister durchgereicht. Ab 249 Dollar im Monat plus 3 %.
Ein Premium-Ansatz rund um Anzeigen bei Meta und TikTok und Landingpages im gemeinsamen Branding. Die Preise nennt der Anbieter nur auf Anfrage, dazu kommt eine Erfolgsbeteiligung. Was dort „automatisierte Steuerbelege“ heißt, meint US-Formulare; zur europäischen Rechtslage findet sich nichts.
Funktional das am ehesten vergleichbare Produkt aus den USA, bei der Auszahlung aber ganz auf den dortigen Markt zugeschnitten. Bezahlt wird über PayPal und Venmo, und Venmo funktioniert in Europa nicht. Rechnungen oder Umsatzsteuerbelege entstehen keine, und ausgezahlt wird erst ab der Stufe für 1.450 Dollar im Monat.
Creator-Storefronts und KI-Agenten für große Kunden, ab 999 Dollar je Produkt und Monat im Jahresvertrag. Die Auszahlung ist hier ein Arbeitsschritt und kein Finanzprodukt: Welcher Dienstleister sie ausführt, steht nirgends, und die Daten liegen überwiegend in den USA.
Tief in Shopify verankert und ausschließlich dort zu Hause. Steuerlich deckt die App nur das amerikanische W-9 ab, Umsatzsteuer- oder Creator-Belege entstehen nicht, und die Umsatzbeteiligung steigt mit Ihrem eigenen Erfolg.
KI-gestütztes Affiliate-Management für TikTok Shop, also Creator-Suche, Ansprache und Sample-Versand. Auszahlungen gehören nicht dazu: TikTok Shop rechnet die Provision ab und zahlt sie aus. Damit entsteht kein Beleg für den Creator, keine umsatzsteuerliche Behandlung und nichts, was sich gegen eine Periode abstimmen ließe. 199 bis 599 Dollar im Monat, dazu eine Enterprise-Stufe.
Die meistinstallierte Affiliate-App auf Shopify, mit namhaften Kunden auch im deutschsprachigen Raum. Steuerlich bleibt es bei W-9 und 1099, die sogenannten Rechnungen sind CSV-Dateien, und wer nicht auf Shopify arbeitet, kommt ohnehin nicht infrage. Betrieben wird die App aus Vietnam. Vollständiger Vergleich →
Solides First-Party-Tracking über mehrere Shop-Systeme hinweg. Das Steuermodul kennt nur W-9 und 1099, und was dort Auszahlung heißt, ist eine Überweisung und kein prüfbarer Beleg. Zum Abonnement kommen 2 bis 3 % Gebühren.
Zuerst ein Referral-Tool, die Affiliate-Schicht darüber bleibt dünn. Ein Creator-CRM fehlt, ein Content-Ablauf ebenso, Belege entstehen überhaupt keine. Die Erfolgsgebühr beginnt bei 10,5 % und sinkt mit dem Volumen; die Compliance bleibt vollständig bei der Brand.
Die günstigste ernsthafte Option und zugleich die breiteste Abdeckung an Shop-Systemen. Bei der Auszahlung ist es das schwächste unter allen, die hier überhaupt auszahlen: nur PayPal, und zu Steuern, Rechnungen oder Gutschriften findet sich nichts.
Der Preisboden der Kategorie, ab 16 Dollar im Monat. Das ist ein Tracking-Tool und keine Betriebsplattform: kein CRM, keine Verträge, keine Belege, kein SEPA, keine umsatzsteuerliche Logik. Genau diese Stufe ersetzt Krevaro: PayPal, Excel und Überweisungen von Hand.
Rewardful bedient bisher nur SaaS-Anbieter über Stripe und Paddle, hat aber begonnen, Auszahlungen samt SEPA sowie Identitäts- und Steuerprüfung selbst zu übernehmen. Es ist das schmalste Produkt unter den recherchierten Anbietern und zugleich das erste, das sich der Abrechnung zuwendet.
Je Creator ein Provisionssaldo, Gutschriften im Gutschriftverfahren nach § 14 UStG1, die umsatzsteuerliche Behandlung am Profil hinterlegt, Korrekturen in der Periode, in die sie gehören, und zu jeder Periode ein Export für die Buchhaltung. Eine prüfungsfeste Belegkette erzeugt sonst keiner der recherchierten Anbieter.
Der Großteil der recherchierten Anbieter verlangt zusätzlich zum Abonnement 1 bis 10 % vom Affiliate-Umsatz. Wer wächst, zahlt also mehr, ohne mehr zu bekommen. Bei Krevaro steht der Preis vorab fest, und das Auszahlungsvolumen läuft zu Selbstkosten über den lizenzierten Partner.
Gehostet in der EU, ein AV-Vertrag je Kunde und Verträge nach europäischem Recht. Die DSGVO ist hier Produktverhalten und kein Absatz im Hilfebereich. Zwölf von dreizehn recherchierten Anbietern können das nicht sagen.
CRM, Seeding, Nutzungsrechte, Attribution und Auszahlungen lesen aus demselben Profil. Die Alternative sieht in der Praxis so aus: eine Affiliate-App, daneben eine Seeding-Tabelle, daneben ein Ordner für Nutzungsrechte, und am Monatsende jemand, der alle drei zusammenführt.
Dreißig Minuten, eine Live-Vorführung, keine Präsentation. Wir zeigen Ihnen einen Zahlungslauf in einem exemplarischen Shop und die Gutschrift, die dabei entsteht.
1 § 14 UStG ist die Vorschrift des deutschen Umsatzsteuergesetzes, die die Anforderungen an eine ordnungsgemäße Rechnung regelt und das Gutschriftverfahren erlaubt: Mit vorheriger Zustimmung des Creators stellt die Marke die Gutschrift anstelle der Rechnung des Creators aus. Die vollständige Übersicht für Deutschland, Österreich, die Schweiz, Spanien, Frankreich, die Niederlande, Belgien und Italien steht unter Steuern & Recht. Das ist keine Steuerberatung. Wie die Regeln in Ihrem Fall greifen, hängt von Ihrem Setup ab; das letzte Wort hat Ihre Steuerberatung.
KI-generiertes Bild Creator-Commerce-Infrastruktur für E-Commerce-Brands. In Europa entwickelt und gehostet.
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